E-Rechnungspflicht 2027: Fristen für Shopify-Shops
Ab 2027 gilt E-Rechnungspflicht für deutsche B2B-Händler. Welche Fristen Shopify-Shops einhalten müssen und wie du dich mit E-Docs jetzt vorbereitest.
Das Wichtigste in Kürze:
- Ab 1. Januar 2027 müssen die meisten deutschen Unternehmen E-Rechnungen versenden können
- Kleinere Unternehmen (Vorjahresumsatz unter 800.000 €) haben bis 1. Januar 2028 Zeit
- Das vorgeschriebene Format ist ZUGFeRD oder XRechnung
- Für Shopify-Shops gibt es native App-Lösungen
- Handlungsbedarf besteht jetzt — nicht erst kurz vor der Deadline
Was ist die E-Rechnungspflicht?
Die E-Rechnungspflicht geht auf das Wachstumschancengesetz zurück, das der Bundestag im März 2024 verabschiedet hat. Sie verpflichtet deutsche Unternehmen dazu, im B2B-Bereich elektronische Rechnungen in einem strukturierten, maschinenlesbaren Format auszustellen und zu empfangen.
Eine normale PDF-Rechnung gilt dabei nicht als E-Rechnung im gesetzlichen Sinne – auch wenn sie per E-Mail verschickt wird. Entscheidend ist das eingebettete XML, das Buchhaltungssoftware automatisch verarbeiten kann.
Die rechtliche Grundlage: §14 UStG in der ab 2025 geltenden Fassung. Die offizielle Quelle ist das Bundesministerium der Finanzen.
Wer ist betroffen?
Die Pflicht gilt für inländische B2B-Transaktionen – also Rechnungen zwischen zwei in Deutschland ansässigen Unternehmen. Rechnungen an Privatpersonen (B2C) sind ausgenommen.
Konkret betrifft das deinen Shopify-Shop, wenn du:
- Gewerbliche Kunden in Deutschland belieferst
- Netto-Rechnungen mit ausgewiesener Umsatzsteuer stellst
- In Deutschland umsatzsteuerpflichtig bist
Kleinunternehmer nach §19 UStG sind von der Versandpflicht zunächst ausgenommen, müssen aber E-Rechnungen empfangen können.
Im Zweifel: Sprich mit deinem Steuerberater. Die Regelung hat Ausnahmen und Übergangszeiträume, die von deiner individuellen Situation abhängen.
Die Fristen im Überblick
1. Januar 2025: Alle deutschen Unternehmen müssen E-Rechnungen empfangen können. Das gilt bereits jetzt.
1. Januar 2027: Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz über 800.000 € müssen E-Rechnungen versenden. Das betrifft die meisten aktiven B2B-Shops.
1. Januar 2028: Auch kleinere Unternehmen (unter 800.000 € Vorjahresumsatz) müssen E-Rechnungen versenden.
Übergangszeitraum 2025–2026: Papier- und PDF-Rechnungen sind noch zulässig, wenn der Empfänger zustimmt.
Was ist ZUGFeRD – und warum ist das Format wichtig?
ZUGFeRD steht für "Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland". Es ist das in Deutschland am weitesten verbreitete E-Rechnungsformat für den B2B-Bereich.
Ein ZUGFeRD-Dokument ist ein normales PDF mit eingebettetem XML. Das bedeutet:
- Menschen können das PDF wie gewohnt lesen und ausdrucken
- Buchhaltungssoftware (DATEV, Lexware, sevDesk etc.) liest das XML automatisch aus
- Steuerberater und Finanzamt können es problemlos verarbeiten
Alternativ gibt es XRechnung – ein reines XML-Format ohne lesbares PDF, das vor allem im öffentlichen Sektor (B2G) verwendet wird. Für die meisten Shopify-Shops ist ZUGFeRD die praktischere Wahl.
Was musst du als Shopify-Händler jetzt konkret tun?
Shopify selbst erstellt keine ZUGFeRD-konformen Rechnungen. Die Standard-Bestellbestätigungen und Order Printer-Templates erzeugen normale PDFs – die ab 2027 im B2B nicht mehr ausreichen.
Du brauchst eine Lösung, die:
- ZUGFeRD-XML automatisch generiert
- Das XML in ein PDF einbettet
- Die Rechnung revisionssicher archiviert (GoBD-konform)
- Den Versand automatisch mit der Bestellbestätigung verknüpft
Eine native Shopify-App ist dabei die einfachste Option – keine Middleware, keine manuelle Exportschnittstelle, keine externe Software.
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Diese Annahmen können teuer werden
Fehler 1: Abwarten. Viele Händler glauben, sie haben noch Zeit. Haben sie – aber Implementierung, Testing und Steuerberater-Abstimmung brauchen Zeit. Es sind noch sieben Monate bis zur Pflicht. Das klingt nach viel – ist es nicht.
Fehler 2: PDF = E-Rechnung. Eine per E-Mail verschickte PDF-Rechnung erfüllt die gesetzliche Anforderung nicht. Das eingebettete XML ist Pflicht.
Fehler 3: Nur B2C betrachten. Wer auch nur einen Teil seiner Umsätze mit Geschäftskunden macht, ist betroffen – selbst wenn das B2C-Geschäft überwiegt.
Fehler 4: Internationale Lösungen verwenden. Viele englischsprachige Invoice-Apps kennen §14 UStG nicht und erzeugen keine ZUGFeRD-konformen Dokumente.
Fazit: Jetzt vorbereiten lohnt sich
Die E-Rechnungspflicht kommt – für die meisten Shopify-Händler mit B2B-Anteil ab Januar 2027. Die gute Nachricht: Wer jetzt handelt, hat genug Zeit, die richtige Lösung zu implementieren, zu testen und mit dem Steuerberater abzustimmen.
Für Shopify-Shops ist eine native App-Lösung der unkomplizierteste Weg. E-Docs wurde speziell für deutsche Händler entwickelt und erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen – ZUGFeRD-Format, GoBD-konforme Archivierung, §14 UStG Pflichtangaben.
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Für deine konkrete Situation empfehlen wir die Beratung durch einen Steuerberater.